← Oper in der Arena di Verona, dem 2.000 Jahre alten römischen Amphitheater Opernführer für die Arena

SEIT 1913

Wie die Oper in die Arena kam, seit 1913

Die Aida von 1913, die eine römische Ruine zum größten Freilichtopernhaus der Welt machte – und das Jahrhundert grandioser Sommerspielzeiten, das seither folgte.

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Eine Idee für ein Jahrhundert

Das Opernleben der Arena begann mit einem Jubiläum. 1913 feierte Italien den hundertsten Geburtstag von Giuseppe Verdi – der Komponist wurde 1813 in der Nähe von Busseto geboren – und der Veroneser Tenor Giovanni Zenatello ergriff zusammen mit dem Impresario Ottone Rovato die Initiative, das Amphitheater als einen der Anlässe würdigen Schauplatz zu nutzen. Ihre Wahl fiel auf Verdis Aida, das großartigste Spektakel des Repertoires. Die erste Aufführung fand am 10. August 1913 statt. Niemand wusste, ob Oper in einer römischen Ruine unter freiem Himmel dieser Größenordnung überhaupt funktionieren würde; die Wette bestand darin, dass Akustik und Dimensionen das Werk tragen würden. Und sie taten es.

Die Nacht, die die Arena veränderte

Diese Eröffnungs-Aida war eine Sensation. Statt der gemalten Kulissen eines konventionellen Theaters schuf der junge Veroneser Architekt Ettore Fagiuoli dreidimensionale Bühnenbilder, die den eigenen Stein des Amphitheaters als Teil der Szenerie nutzten – damals eine radikale Idee. Die Aufführung zog Berichten zufolge ein bemerkenswertes Publikum an, darunter angeblich Giacomo Puccini und andere führende Musiker der Zeit. Was dieser Abend bewies, war einfach und entscheidend zugleich: Die natürliche Akustik der Arena und ihr gewaltiger Boden eigneten sich für die große Oper, wie es kaum ein eigens gebautes Haus vermocht hätte. Das Experiment war eindeutig eine Wiederholung wert.

Warum die Arena funktioniert hat

Zwei Dinge machten die Arena zu einem unerwarteten Triumph. Zum einen die Akustik: Die elliptische Muschel trägt unverstärkte Stimmen bis in die obersten Ränge, sodass der Klangkern ohne Mikrofone auskommt. Zum anderen die schiere Dimension – eine offene Fläche, weit größer als jede Bühne im Haus, erlaubte es den Produktionen, gewaltige Chöre, echte Prozessionen und monumentale Bühnenbilder aufzufahren. Die große Oper des neunzehnten Jahrhunderts, allen voran Verdi, war für Spektakel geschrieben – und hier endlich gab es einen Raum, der es in voller Größe unter freiem Himmel entfalten konnte. Die Kulisse schrumpfte die Musik nicht; sie ließ sie sich ausdehnen, bis sie eine ganze römische Arena erfüllte.

Mehr als ein Jahrhundert voller Sommer

Seit 1913 ist das Festival fest etabliert und kehrt fast jeden Sommer zurück. Die größten Unterbrechungen gab es während der beiden Weltkriege, als die Spielzeiten pausierten. Ansonsten hat sich das Muster seit über hundert Jahren gehalten: Jeden Sommer verwandelt sich die römische Arena in das, was oft als das größte Freilichtopernhaus der Welt bezeichnet wird, und zieht Besucher aus aller Welt nach Verona. Nur wenige kulturelle Veranstaltungen können eine solche Kontinuität in einem einzigen unveränderten Gebäude vorweisen – die Steine sind dieselben, auf denen schon das erste Publikum 1913 saß, was eine Seltenheit ist, von der man sprechen kann.

Gebaut für Spektakel

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Arena für Inszenierungen berühmt, die kein geschlossenes Haus je wagen könnte. Regisseure wie Franco Zeffirelli inszenierten hier die Aida mit hoch aufragenden Pyramiden und Sphingen und Prozessionen von Hunderten, die über den Boden zogen. Doch das beliebteste Bild des Festivals spielt sich gar nicht auf der Bühne ab: Einer langen Tradition folgend entzündet das Publikum, sobald der Himmel vor Vorstellungsbeginn dunkel wird, tausende kleiner Kerzen auf den steinernen Rängen und verwandelt das gesamte Rund in einen Ring flackernden Lichts. Es ist ein Moment, den man länger in Erinnerung behält als jede einzelne Arie – ein Ritual, das zu Verona gehört und sonst nirgendwo auf der Welt existiert, und Grund genug, lange vor dem ersten Ton auf seinem Platz zu sitzen.

Eine lebendige Tradition, jeden Sommer

Das Festival ist kein Museumsstück, sondern läuft jedes Jahr als echte Spielzeit, in der Regel von Juni bis September. Die konkreten Opern, Besetzungen und Inszenierungen wechseln von einem Sommer zum nächsten, daher lohnt es sich immer, das Programm kurz vor der Planung auf der aktuellen Übersicht zu prüfen. Was konstant bleibt, ist der Ansatz, den die Pioniere von 1913 etabliert haben: groß angelegte Open-Air-Produktionen der großen Klassiker, aufgeführt mit natürlicher Akustik in einer zweitausend Jahre alten Arena. Mehr als ein Jahrhundert später füllt diese Formel die Ränge noch immer Nacht für Nacht, Sommer für Sommer.

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Noch unschlüssig, welcher Abend es sein soll?

Hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse und ungefähr, wann Sie in Verona sind – wir schicken Ihnen eine kurze Übersicht zur Sommeropernsaison und wie die Sitzplatzwahl funktioniert.

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